
Warum wir die Heizgeräte für Badezimmer einer „Qualifikation“ unterziehen
Badezimmer sind eine echte Herausforderung für elektronische Geräte. Stellen Sie sich vor: Es gibt dichten Dampf, starke Temperaturschwankungen – und Wasserdampf versucht, in jede Ritze einzudringen.
Auf der Verpackung finden Sie oft die Angabe „IP65“. Das ist zwar gut, bedeutet aber im Grunde nur, dass das Gehäuse bereits bei ersten Kontakt mit Wasser funktionsfähig bleibt. Es sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Elektronik nach sechs Monaten intensiver Nutzung immer noch funktioniert.
Deshalb unterziehen wir jedes Gerät Tests unter feuchten Bedingungen. Wir versuchen sozusagen, die Geräte „zu zerstören“, damit Sie das nicht selbst tun müssen.
Die verborgene Gefahr des Dampfs
Wasserdampf ist äußerst gefährlich: Er dringt nicht nur an der Oberfläche ein, sondern findet auch die winzigsten Ritzen in den Dichtungen und setzt sich dort fest – direkt auf den elektrischen Kontakten. Mit der Zeit führt das zu Rostbildung sowie elektrischen Leckagen. Wenn die Isolierung versagt, entsteht ein Kurzschluss. So einfach ist das.
Um das zu verhindern, stellen wir die Heizgeräte in Kammern mit hoher Feuchtigkeit. So simulieren wir mehrere Jahre voller heißer Duschen in nur wenigen Wochen. Wir wollen genau den Moment erkennen, in dem eine Dichtung versagt oder ein Draht durchbrennt – noch bevor das Gerät in den Verkauf gelangt.
Mehr als nur die Kennzeichnungen
Ein Standard-IP65-Test ist nur ein Momentaufnahme. Er zeigt lediglich, ob das Gerät beim Verlassen der Fabrik wasserdicht ist. Doch Tests unter feuchten Bedingungen zeigen, ob die Dichtungen auch langfristig funktionieren.
Wir achten außerdem darauf, ob es zu Übertragungen von Strom durch Feuchtigkeit kommt. Durch das Belasten des Geräts mit Hitze und Feuchtigkeit stellen wir sicher, dass der Strom genau dort bleibt, wo er hingehört.
Das Gleichgewicht finden
Es gibt jedoch einen Haken: Wenn wir die Dichtungen zu fest machen, bleibt die Hitze im Inneren des Geräts stecken. Wenn wir es übertreiben, wird der interne Antrieb beschädigt. Es handelt sich dabei um ein richtiges Balanceakt – wir müssen die Dichtungen und Lüftungsöffnungen genau richtig einstellen, damit das Gerät atmen kann, ohne dass Dampf eindringen kann.
Ein kleiner Tipp: Wenn im Badezimmer keine Luftzirkulation vorhanden ist, hat die Hitze nirgendwohin Platz. In solchen Fällen sollten Sie ein Gerät mit einem größeren Kühler verwenden, um die fehlende Luftzirkulation auszugleichen.